In der Woche vom 5. bis 10. Oktober unternahmen unsere acht neuen Mitbrüder in Begleitung unseres Regens, Dr. Daniel Stark, eine gemeinsame Fahrt nach Assisi. Im Mittelpunkt dieser Tage standen das Leben des heiligen Franziskus, sowie das gegenseitige Kennenlernen.
Nach der Messfeier am Sonntag in der Schottenkirche St. Jakob machte die Gruppe Halt in Modena. Dort feierte sie am Montag in der Domkrypta die Eucharistie und erhielt anschließend eine kurze Führung durch den Hochchor und die Sakristei. Danach ging es weiter in die umbrische Stadt Assisi, wo sich alle nach der langen Fahrt auf das italienische Abendessen freuten.
In den folgenden Tagen standen der heilige Franziskus und sein geistlicher Weg im Mittelpunkt. Die Propädeutiker nahmen sich an jedem Ort Zeit für Betrachtung und stilles Gebet.
Am Dienstagvormittag widmete sich die Gruppe der Kindheit des Heiligen: dem Haus seiner Geburt und seiner Taufe in San Rufino. Am Nachmittag ging es bergab zur Kirche San Damiano, wo Franziskus seine Berufung erkannte. Dort beteten alle gemeinsam den Sonnengesang. Nach dem beschwerlichen Rückweg unter der warmen Sonne folgte der Besuch des Grabes der heiligen Klara in der gleichnamigen Kirche. Besonders bewegend war für die Mitbrüder der Besuch beim heiligen Carlo Acutis in der Kirche Santa Maria Maggiore. Den Abschluss des Tages bildete die Feier der heiligen Messe in einer Kapelle des Franziskanerkonvents.
Am Mittwoch führte der deutschstämmige Franziskanerbruder Thomas Freidel die Seminaristen durch die Basilika des heiligen Franziskus und erläuterte den theologischen Hintergrund der berühmten Giotto-Fresken in der Oberkirche. Anschließend besuchte die Gruppe die Eremo delle Carceri, wo Franziskus in Stille betete und einfach lebte. Die Seminaristen waren beeindruckt von der Schlichtheit seiner Lebensweise – selbst sein „Bett“ war kaum mehr als eine Steinbank. Nach der Eucharistiefeier ging es weiter zur Basilika Santa Maria degli Angeli, die die Portiunkula-Kapelle beherbergt – jenen Ort, den Franziskus aufbaute und an dem er schließlich starb.
Am Donnerstag stand Fontecolombo auf dem Programm, wo der Heilige in Abgeschiedenheit seine Ordensregel verfasste. Danach fuhr die Gruppe weiter nach Greccio, wo sie nach einem gemeinsamen Pastaessen den Ort besuchte, an dem Franziskus die erste Weihnachtskrippe inszenierte. Dort sang die Gemeinschaft „Stille Nacht“ und feierte die heilige Messe in besonderer Verbundenheit mit unserem Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, der an diesem Tag seinen Geburtstag beging.
Bevor die Gruppe am Freitag die Heimreise antrat, nahm sie in La Verna an der Non und einer Prozession zur Stigmatakapelle teil.
Mit vielen geistlichen Eindrücken und neu gewonnener Gemeinschaft beginnen unsere neuen Seminaristen nun ihre Ausbildung im Priesterseminar, am Rudolphinum und an der Universität.
Text: Daniel Költö, Quirin Weihrauch
Bilder: Quirin Weihrauch, Dr. Daniel Stark